Volkskrankheit Depression: Das Land, das krank macht

„Depressionen sind von wachsendem gesellschaftlichem Interesse. In den Industriestaaten werden sie zu einem der Hauptprobleme, sowohl wegen ihrer Verbreitung, ihrer individuellen und volkswirtschaftlichen Konsequenzen, als auch aufgrund einer in immer neuen Studien nachgewiesenen Unter- und Fehlversorgung.“ Das sind die einleitenden Worte zu einem bereits 2006 erschienenen Buch im wissenschaftlichen Springer-Verlag mit dem Titel „Volkskrankheit Depression? – Bestandsaufnahme und Perspektiven“.

Ein psychisch Gesunder ist vermutlich jemand, der mit der Realität in Einklang lebt. Es wäre daher folgerichtig, zu behaupten, daß kollektive Realitätsverdrängung zu psychischen Notlagen führt. Wer tagtäglich mitbekommt, daß er sich nicht in Übereinklang bringen kann mit dem, was ihm öffentlich als Realität angedient wird, bekommt früher oder später ein Problem mit sich selbst.

Es gibt ein paar nie diskutierte Fakten, die nahelegen, daß die veröffentlichte Meinung mit der Lebenswirklichkeit der Deutschen nicht mehr allzu viel zu tun haben kann. Und es gibt Alltagsbeobachtungen, welche die Frage aufwerfen, ob die geistige und seelische Gesundheit der Deutschen auch nur die geringste Rolle spielt beim Versuch von linken Medienleuten und Politikern, vermittels ihrer Gesellschaftstheorien wieder einmal den „Neuen Menschen“ zu erschaffen.
Um ein erstes Beispiel zu nennen: Das mediale Dauerbombardement mit feministischen Themen. Der wohl augenscheinlichste Versuch, die Realität einer lebensfremden Ideologie zu unterwerfen, ist die Spaltung des Menschen in seiner Einheit von Mann und Frau in zwei voneinander unabhängige Individuen, die sich nicht mehr in Verbundenheit, sondern in anklagender Feindseligkeit gegenüberstehen. Was passiert,wenn das natürliche Grundvertrauen zwischen den Geschlechtern zerstört wird? Dient Feminismus dem Lebensglück aller Frauen? Dient er überhaupt irgendeinem Lebensglück außer demjenigen der Feministen? Was wird behauptet – und was ist wahr?
Offizielle Verlautbarungen
Die offizielle Version geht so: Frauen sind benachteiligt, werden an ihrer freien Entfaltung gehindert, verdienen weniger Geld, sind im Alter arm – usw.usf. Deswegen müssen Frauen gefördert werden, der Schulunterricht muß mehr auf die Mädchen zugeschnitten werden, die Frauengesundheit muß verbessert werden und Frauen müssen vor Männern geschützt werden.Vor deren Chauvinismus, ihrem Sexismus, ihrer Gewalt und vor was-weiß-ich noch allem.
Fakten
Das Leben selbst ist Voraussetzung für alles weitere, das sich gesellschaftspolitisch beeinflussen läßt – und zwar in einer positiven wie auch einer negativen Richtung. Bereits da zeigt sich, daß die feministischen Postulate nichts weiter sind als realitätsfremd. In etwas weniger als einem einzigen Jahrhundert hat sich die Differenz in der Lebenserwartung von Männern und Frauen versechsfacht (!). Im Jahr 1920 betrug diese Differenz etwa ein Jahr, damals bereits zugunsten der Frauen. Ist es nicht merkwürdig, daß in der heutigen Gesellschaft, in der praktisch alles mit Soziologie erklärt wird, ausgerechnet dieser enorme Unterschied in der durchschnittlichen Lebenserwartung barsch mit Verweis auf die Biologie abgehandelt wird, wobei gemäß der Gender-Mainstreaming-Ideologie zugleich – und wie zum Hohn – Geschlecht als „soziales Konstrukt“ bezeichnet wird? Warum wird eine solche Ideologie staatlicherseits weiterhin mit Steuermitteln gepampert, während sie in anderen Ländern (z.B. Norwegen 2011) ihrer erwiesenen Unwissenschaftlichkeit wegen keinerlei Förderung mehr erhält?
Warum werden in Deutschland die Suizidraten nach Geschlecht nicht zum medialen Aufreger schlechthin? Über die gesamte Lebensdauer hinweg übersteigt die Suizidrate von Männern diejenige von Frauen. Das beginnt in der Altersgruppe der 14-19 Jährigen mit einer etwa dreifach höheren Suizidrate von Jungen und steigert sich bis ins hohe Alter der über 84-Jährigen auf das Neunfache der weiblichen Suizidrate. Es ist aber kein relevantes Thema in Medien und Politik. Warum nicht?
Es kann sich jeder an drei Fingern abzählen, was in diesem frauenbesoffenen Land medial und politisch gebacken wäre, wenn der Sachverhalt exakt andersherum wäre.
Man muß sich deshalb fragen, weshalb die Ausblendung eines derartig fundamentalen, aussagekräftigen Sachverhalts gerade unter den Soziologen nicht für den ansonsten üblichen Alarmismus sorgt, der regelmäßig dann ausbricht, wenn irgendwo „gesellschaftliche Schieflagen“ zu konstatieren sind. Wie gesagt, hier geht es lediglich um die Grundvoraussetzung für allen weiteren Details: Das nackte Leben ansich. Abgesehen davon stellt sich die Frage, wie es mit der generellen Solidarität des weiblichen Geschlechts mit dem männlichen steht, wenn noch nicht einmal Feministinnen, die sich zwanghaft mit „Geschlecht und allen seinen Folgen“ beschäftigen, diesen eklatanten Widerspruch zwischen ideologischem Anspruch und Wirklichkeit thematisieren. Außerdem stellt sich die Frage, ob man angesichts der Evidenz des frühen Männergrabes zugunsten aller vergleichsweise jungen Witwen hierzulande unterstellen müsste, daß sie lediglich ein bißchen dumm sind, um nicht nach medialer Aufklärung zu verlangen, warum ihre Männer reihenweise vor der Zeit den Löffel abgeben. Zu ihren Ungunsten müsste man unterstellen, daß sie selbst den vorzeitigen Tod ihrer Männer nicht als seines, sondern als ihr eigenes Schicksal begreifen, nach dem Motto: Das Leben ist ungerecht zu uns Frauen, weil es uns unsere Männer wegnimmt und wir die letzten zehn Jahre unseres Lebens alleine verbringen müssen. Hillary Clinton behauptete im Jahre 1998 allen Ernstes, Frauen seien die Hauptbenachteiligten von Krieg und Vertreibung, weil sie ihre Männer, Söhne und Väter verlören. Niemand dachte auch nur im Entfeerntesten daran, der egozentrischen, unverschämten Feministin einfach eine zu knallen.
Ökologismus
Es gibt auch hier ein paar Sachverhalte, die zwar bekannt sind, deren Thematisierung aber konsequent unterbleibt, um die generelle Linie nicht infrage zu stellen.
Die 40 größten Containerschiffe der Welt haben zusammen einen Schadstoffausstoß, der in etwa demjenigen aller PKW weltweit entspricht.
Eine einzige Zigarette produziert bei ihrer Verbrennung etwa so viel Feinstaub wie ein PKW-Diesel, der 90 Minuten im Stand läuft.
Allein die Produktion der Batterie eines Tesla S verursacht so viel Schadstoffausstoß, wie ein durchschnittlicher Diesel-PKW in acht Jahren Fahrbetrieb.
Je nach Bautyp muß sich ein Windrad zwischen 20 und 30 Jahre lang drehen, ehe es die Energie wieder eingespielt hat, die zu seiner Herstellung, seinem Transport an den Aufstellungsort und seiner Errichtung verbraucht worden ist.
Windräder killen alljährlich Hunderttausende von Fledermäusen und Vögeln.
Die Bedrohung durch Havarien von Kernkraftwerken ist nicht dadurch aus der Welt, daß in Deutschland keine mehr gebaut werden. Entlang der deutschen Grenzen stehen genügend dieser Dinger – und das Problem bei der Endlagerung der Abfälle stellt sich auch dort.
Allein das von der Bundeswehr im Sommer in Brand geschossene Torfgebiet bei Meppen überantwortete sämtliche politischen Abgasgrenzwerte für die Autoindustrie der Lächerlichkeit.
Keine der apokalyptischen Prophezeihungen der Grünen seit Beginn der achtziger Jahre wurde Realität. Stichworte „Waldsterben“ und „Ozonloch“. Die Eisbärenpopulation schmilzt genauso wenig wie die Polkappen. Dennoch gehen die Grünen noch immer als „Gewissen der Nation“ durch. Ein heißer Sommer wie dieses Jahr reichte aus, um ihnen erneuten Zulauf zu bescheren.
Wenn man nun allein den feministischen Schwachsinn kombiniert mit dem ökologistischen, kommt man unweigerlich zu der Auffassung, daß Aufklärung, Ratio und Wissenschaft mitnichten einen „erleuchtenden“ (Aufklärung engl. „Enlightenment“) Effekt hatten, sondern lediglich einen Wandel von der christlichen Religion hin zum Zivilreligiösen bewirkt haben. Der religiöse Wahn ist weithin als existent anerkannt (Exorzismus, Wunderglauben etc.pp.), ein zivilreligöser Wahn hingegen noch nicht einmal allgemeineres Thema. Und das, obwohl der christliche Glaube hinsichtlich des Verhältnisses von Mensch und Unerklärlicheit sehr viel realistischer ist, als der zivilreligiöse Glaube, die Welt ließe sich mit dem Verstand erschöpfend begreifen. Dennoch nennt sich der geistige Wandel seit dem 18. Jahrhundert „Fortschritt“.
Jörg Baberowski brillant in der NZZ: „Die radikale Aufklärung ist die Emanzipation des Geistes von den Institutionen. Sie ist von der falschen Vorstellung beherrscht, dass der Mensch der Schöpfer seiner Welt sei und sie nach Belieben beherrschen könne. Der voraussetzungslose Mensch kann also tun und lassen, was er will, weil er vernunftbegabt ist und sich keiner letzten, unbegründeten Ordnung mehr unterwerfen muss.“
Gefragt, ob diese Vorstellung denn falsch sei, antwortet er wiederum brillant: „Ja. Denn solches Denken weiss nicht um die Gebundenheit der Existenz. Auch die Aufklärung steht auf einem Grund, von dem aus sie ihre Grundlosigkeit behauptet. Wenn man das eingesehen hat, dann wird man auch nicht mehr glauben, die Welt könne von nirgendwo betrachtet und nach Belieben verändert werden. Der Konservative hingegen schätzt Stil und Skepsis und nimmt hin, was er nicht verändern kann. Über manches sollte man einfach lachen. Denn am Ende sind wir alle tot. Der Weltverbesserer ist gewöhnlich ein humorloser Philister, der von der Lächerlichkeit der Existenz keinen Begriff hat.“
Womit wir beim Punkt wären: Mein gmx, mein Möbelhaus, mein Reisebüro, meine Welt, ich, ich, ich – und meine Nasenspitze. Gefällt mir. Meine Meinung. – Und alles für den Arsch. Nochmal: Der Weltverbesserer ist gewöhnlich ein humorloser Philister, der von der Lächerlichkeit der Existenz keinen Begriff hat. Je mehr Weltverbesserer, desto weniger gibt es zu lachen.
Alltagsbeobachtungen
Der Mensch gilt unbestritten als ein soziales Wesen, welches an der Einsamkeit zumeist seelischen Schaden nimmt. Dennoch wird die Gesellschaft – um diesen, mir verhassten Begriff wenigstens in soziologischen Zusammenhängen zu verwenden – zunehmend in ihre kleinsten Einzelteile zerlegt. Eltern gegen ihre Kinder (schulische Indoktrination), Männer gegen Frauen (Feminismus), Raucher gegen Nichtraucher (Gesundheit), Autofahrer gegen Radfahrer (Umwelt) usw.usf.
Dabei gibt es Symptome zu beobachten, die ganz eindeutig beweisen, daß der Wahnsinn zur Normalität geworden sein muß. Auf dem riesigen Platz vor einer deutschen Universitätsklinik wurde unter freiem Himmel – und fernab der Eingangstür – eine „Raucherzone“ geschaffen, deren Ausgestaltung man nur noch als krank bezeichnen kann. Optisch abgetrennt wurde sie durch das Aufstellen von schweren Pflanzkübeln aus Beton, welche die Raucherzone im Halbkreis optisch vom restlichen Platz abgrenzen. Innerhalb dieses Halbkreises wurde eine gelbe Linie auf das Pflaster gemalt, welche die „Rauchgrenze“ markiert. Und um den Wahnsinn gar perfekt zu machen, gibt es sogar noch ein riesiges, gelbes Zigarettenpiktogramm, das auf den Boden aufgemalt wurde. An der Raucherzone vorbei streben gesundheitsbewußte Radfahrer fußläufig dem Klinikeingang zu, blicken tadelnd auf die Raucher und tragen dabei quietschbunte Fahrradhelmchen auf ihren Schädeln. Das ist völlig krank – und gerade vor einem Krankenhaus ist es regelrecht grotesk. Zumal vor einer psychiatrischen Klinik.
Befreiung und Emanzipation
Wer das will, der kann sich im Internet heutzutage alle möglichen Absonderlichkeiten anschauen, die ihm als freiheitliche Errungenschaften angedient werden. Die Pornographie, dieses Musterbeispiel für die „Befreiung von überkommenen Zwängen“, treibt seltsame Blüten. Etwa 30 Prozent des Internet-Traffics werden von Pornoseiten generiert. Man fragt sich unwillkürlich, wovon ein Mensch befreit worden sein soll, der sich dabei filmen läßt, wie er sich mit einem Hammer Nägel durch die Vorhaut drischt und so seinen Zappadäus auf einem Brett festnagelt. Das und noch viel mehr läuft unter „Liberalisierung“. Vor fünfzig Jahren hätte so etwas als behandlungsbedürftig gegolten.
Und wer gedacht hatte, die Emanzipation des Individuums von äußeren Zwängen sei ein voller Erfolg gewesen, dem sei gesagt, daß der deutsche Untertan so lebendig ist wie eh und je. Die Steuerquote hat allmählich totalen Enteignungscharakter erreicht. Den linksgrünen, zivilreligiösen Glaubensbekenntnissen rennen die Massen dennoch hinterher, wie sie schon immer irgendwelchen Heilsversprechen hinterher gerannt sind. Deutschland muß wieder die ganze Welt retten. Das ist Wahnsinn.
Der kurze Satz: „Ich weiß es nicht“, scheint vom Aussterben bedroht zu sein. Ignoranz scheint kein Problem mehr zu sein. Alle Welt hat eine Meinung zu allem. Das Nichtwissen wird sprachlich so lange geschminkt durch Redewendungen wie „Für mich sieht es so aus …“ und „… sage ich jetzt mal“, bis es nach Verstand und Kenntnis aussieht. Man muß sich nicht wundern, wenn allmählich das ganze Land gaga wird. Absolute Begriffe wie Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit werden hemmungslos relativiert, überall soll es „freiheitlicher“, „gerechter“ oder „demokratischer“ zugehen – und niemandem fällt mehr auf, wie paradox das ist.
Das Land das Verrückte macht
Man muß sich nicht wundern, daß immer mehr Deutsche ihr Heimatland verlassen. Deutschland 2018 ist inzwischen ein einziger Anschlag auf die geistige Gesundheit des Menschen. Denunziation ist Anstand, Sozialismus ist Gerechtigkeit und der wichtigste Sitzplatz ist der, auf den man das Zeichen setzen kann. Auf daß es von allen beachtet werde und tiefe Nachdenklichkeit auslöse.
Das Land in seinem Wahn ist international zunehmend isoliert. Japaner und Chinesen, Russen, Ungarn, Tschechen, Polen und Amerikaner schauen nur noch fassungslos auf das Illusionistentheater, das hierzulande zur Aufführung kommt, während das Volk allmählich abdreht und in der Klapse landet. Man kann es nicht anders sagen: Das Erbe der ´68er besteht darin, verrückt zu werden. Linksgrün (das schließt die Union heute mit ein) ist ein anders Wort für Realitätsverdrehung. Deren Gehirnwäsche läuft weiter rund um die Uhr. Linksgrüne sitzen in den Parlamenten und in den Redaktionen, bringen ihre realitätsfremden Botschaften sogar noch in den Unterhaltungsfilmen des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks unter – und schießen Vögel ab, einen nach dem anderen.
Heute in den Radionachrichten: Irgendein CDU-Grande moniert die Koalitionsgespräche zwischen CSU und Freien Wählern in Bayern, weil das „nicht dem demokratischen Wählerwillen“ entspreche. Die Grünen in Bayern hätten schließlich mehr Stimmen erhalten als die Freien Wähler, meint er. Ohne weiteres würde er aber Koalitionen mit der AfD ausschließen, ganz egal, wie sehr es der „demokratische Wählerwille“ hergäbe. Niemand steht auf, dem christdemokratischen Quatschkopf den Scheitel zu ziehen.
Wenn das deutsche Volk wieder normal werden soll in der Birne, dann müssen linksgrüne Ideologen nicht nur in parlamentarische Minderheiten gebracht werden, sondern dann müssen Fernseh-, Radio – und Zeitungsredaktionen von diesen ideologischen Despoten befreit werden und eine umfassende „Entsozialgründemokratifizierung“ stattfinden. Mit anschließendem Reset. Das heißt: Politisches Wiederbetätigungsverbot für linke Realitätsverweigerer jedweder Couleur. Und zwar im Namen der geistigen Volksgesundheit.

Foto: Collage

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