Ein weiteres Angriffsziel linker Lobbygruppen: Zoologische Gärten

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Nicht nur Autofahrer müssen sich von einer durch linke Lobbygruppen getriebenen Politik gängeln lassen. Linke Tierrechts-Lobbygruppen haben es immer wieder auf Zoos abgesehen und fordern teilweise – mit nicht zu unterschätzendem Einfluss – von der Politik Haltungsverbote ein. Dieser Beitrag soll Aufklärung leisten darüber, dass deren Forderung auf ein wissenschaftlich unhaltbares Bild von vermeintlich freiheitsliebenden Tieren beruht. Ein Gastbeitrag von Daniel Schweizer
Tierrechtsorganisationen üben durch mediale – häufig desinformierende – Kampagnen und durch Lobbyarbeit einen Druck auf zoologische Gärten aus, der nicht zu unterschätzen ist. Mit Totschlagargumenten wie „Artgerecht ist nur die Freiheit“ oder „Die Tiere wären besser tot als dort“ fordern sie oft die komplette Abschaffung von Wildtieren in menschlicher Obhut. Zumindest fordern manche von ihnen ein pauschales Haltungsverbot von Menschenaffen, Delfinen, Elefanten und Eisbären.
Angesichts der hohen Besucherzahlen in zoologischen Gärten und der hohen Gunst der genannten Tiergruppen bei den Besuchern sind diese Forderungen von Zoogegnern geradezu eine Bevormundung erheblich großer Anteile der Bevölkerung.
Tiere mit hohen Haltungsansprüchen: Eisbären, Delfine, Elefanten und Menschenaffen
Was der Druck dieser Lobbygruppen bewirken kann, zeigte kürzlich die Ankündigung des Wuppertaler Zoos, in den nächsten zwei Jahren die Eisbärenhaltung zu beenden. Offiziell begründete Zoodirektor Matthias Nocke den Schritt zwar damit, dass die Haltungsbedingungen nicht mehr den selbst gesetzten Ansprüchen genügen.
Es erhärten sich aber Vermutungen, dass eine Petition der umstrittenen Tierrechtsorganisation PETA den Ausschlag gab. Diese fordert ein generelles Verbot der Eisbärenhaltung in Deutschland.
Dabei gehören Eisbären bei weitem nicht zum selbstverständlichen Tierbestand der großen Zoos in Deutschland. Dies gilt noch mehr für Delfine, deren striktes Haltungsverbot die Grün*innen – als Verbotspartei bekannt – auch schon über den Bundestag durchsetzen wollten. Deutschlandweit gibt es heute nur noch zwei Delfinarien, in Nürnberg und in Duisburg.
Beide Arten werden mit steigender Tendenz nur noch in Tiergärten gehalten, die für deren hohe Haltungsansprüche auch Platz haben. Menschenaffen und Elefanten leisten sich die meisten größeren Zoos. Gerade um diesen Tiere besonders geräumige Gehege zu bieten, wird häufig der Artenbestand reduziert. Das Leipziger Pongoland und der Kölner Elefantenpark wären als Paradebeispiele zu nennen.

Von den Menagerien zur modernen artgerechten Haltung
Das berühmte Gedicht „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke beschreibt die Situation von Zootieren in beengten Menagerien zu damaliger Zeit. Viele von Ihnen können sich aus jüngeren Jahren noch an die letzten Großkatzen in deutschen Zoos erinnern, für die Rilkes Gedicht repräsentativ war. Glücklicherweise begann seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein neuer Trend:
Damals gelang den berühmten Hagenbecks mit ihren gitterfreien geräumigen Zoogehegen eine Revolution, die im Laufe des 20. Jahrhunderts nach und nach immer mehr zum Standard zumindest in den wohlhabenderen Ländern der Welt wurde. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Biologie und der Veterinärmedizin fordern die Zoodirektoren zu immer wieder neuer Optimierung der Tiergehege heraus.
Das Bild vom freiheitsliebenden Tier ist verklärt
Trotz dieser massiven Verbesserungen fordern einige Tierrechts-Lobbygruppen ein generelles Haltungsverbot mit dem Totschlagargument „Artgerecht ist nur die Freiheit“. Tiere als mit dem Menschen vergleichbare freiheitsliebende Wesen zu betrachten ist aber ein sehr verklärtes Bild. Um über Freiheit zu philosophieren, ist ein Abstraktionsvermögen erforderlich, welches sein Alleinstellungsmerkmal im Gehirn des Menschen hat.
Und selbst bei vergleichsweise hochintelligenten Tieren wie Menschenaffen, bei denen anhand der Erkennung ihres Spiegelbildes das Ich-Bewusstsein belegt ist, ist Abstraktion über Freiheitsliebe zweifelhaft. Gerade die Überhöhunng der Bewegungsfreiheit widerspricht deutlich dem, was nach heutigem Forschungsstand darüber bekannt ist, welchen Gebrauch Tiere von ihrer Bewegungsfreiheit machen.
Auch beim Menschen war Wandern und Reisen lange Zeit alles andere als Spaß an der Freude. Bekanntlich begünstigten in der Geschichte der Menschheit Ackerbau und Viehzucht die Sesshaftwerdung. Die Bedeutung von Bewegungsverhalten änderte sich auch für den Menschen.
Auch bei Tieren in der freien Natur hängt das Ausmaß an Fortbewegung von der Überlebensnotwendigkeit ab. Nur ein Teil davon ist ihrem Bewegungsbedürfnis zuzuschreiben. Bei unseren einheimischen Zugvögeln lassen sich in Abhängigkeit von Klimaverhältnissen Veränderungen im Wanderverhalten beobachten. Elefanten und Eisbären wandern vor allem aufgrund von Nahrungsmangel über weite Strecken. Wo genügend Angebot an Nahrung besteht, ist auch deren Wanderverhalten in der Wildbahn weniger ausgeprägt. Standorttreue Eisbären sind beispielsweise im kanadischen Wapusk-Nationalpark nachgewiesen.
Ebenso gilt für Eisbären, dass sie trotz ihrer Anpassung an extreme Kälte ein wärmeres Klima – eben auch die Temperaturen in mitteleuropäischen Zoos – überleben könnten, ginge es nur um die Temperaturtoleranz. An polares Klima sind sie in der Wildbahn vordergründig deshalb gebunden, weil nur dort ihre Tarnung Jagderfolg ermöglicht.
Dass Tiere ihre Gehege weniger als Gefängnis und mehr als ihr Territorium betrachten, zeigt sich auch daran, dass bei weniger gefährlichen Tieren die Gehege nicht immer ausbruchsicher sind. Antilopen und Kängurus wären beispielsweise in der Lage, die Barrieren zu überspringen. Es kommt aber sehr selten vor, weil die von Tierrechtlern propagierte Freiheitsliebe ein Mythos ist und auch in der Wildbahn an den Grenzen der Territorien für Tiere die Bewegungsfreiheit endet. Im Zweiten Weltkrieg ließen sich Greifvögel beobachten, die die Zerbombung ihrer Voliere überlebten und ihre zerstörte Voliere umkreisten anstatt ihr zu entfliegen.

Gerade gegen die Haltung von unseren nächsten Verwandten im Tierreich wird von einigen Tierrechtsorganisationen massiv mobil gemacht. Und auch hier sollte ein wenig Kenntnis über das Verhalten der Tiere helfen, Propaganda-Schriften wie „Lebenslänglich hinter Gittern“ nicht zu glauben. Viele zoologische Gärten ersetzten ihre alten, eher kleinen, Menschenaffenhäuser in den letzten 20 Jahren durch großräumige Innen- und Außenanlagen. Auch in Stuttgart wurde 2013 eine neue Anlage für Gorillas und Bonobos (eine seltene Art der Schimpansen-Gattung) errichtet, konzipiert nach dem neusten Forschungsstand über deren Verhalten.
Die weitaus größere räumliche Ausdehnung gegenüber dem alten Haus ermöglicht neben mehr Bewegungsspielraum besseres Ausweichen im Konfliktfall. Klettergerüste und rotierende Karusselstangen kommen wie schon im alten Haus dem Bewegungstrieb entgegen, ähnlich wie Goldhamster in den berühmten Hamsterrädern ihren Bewegungstrieb abreagieren. Zwar sind die geräumigen Gehege immer noch weitaus kleiner als deren Bewegungsradius in der Wildbahn. Die großen Strecken in der Wildbahn sind aber der intensiven Nahrungssuche geschuldet, die beispielsweise bei Gorillas 60% des Tages ausmacht.
Nicht ohne Grund werden Menschenaffen auch in menschlicher Obhut damit konfrontiert, viel mit der Beschaffung ihres Fressens beschäftigt zu sein. So bekommen sie ihr Fressen nicht im Futternapf serviert, sondern in komplexen Verpackungen und über ihr Gehege verstreut gereicht, besondere Leckerlis in Futterlabyrinthen. Auf diese Art wird sowohl Bewegungsmangel als auch Langeweile vermieden.

Das fürsorgliche Verhalten der Menschenaffen-Mütter in Stuttgart belegt deren Wohlbefinden.
Mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar das A und O, ist gerade bei diesen hochsozialen Tieren die Haltung im natürlichen Sozialverband, wie sie in seriösen Zoos üblicherweise gehandhabt wird. Und gerade was das Sozialverhalten der Menschenaffen, vor allem das Fürsorge-Verhalten der Mütter gegenüber ihren Jungtieren angeht, liegen auch deutliche Belege für gute und schlechte Haltungsbedingungen vor. Denn gerade die traurigen Beispiele – vorwiegend aus der Vergangenheit – zeigen, dass Fürsorge-Verhalten bei Menschenaffen-Müttern auch ein Indiz dafür ist, ob es ihnen gut geht.
Noch in der Nachkriegszeit machten viele zoologische Gärten bei Menschenaffen die Erfahrung, dass Muttertiere zur Fürsorge gegenüber ihren Kindern nicht fähig waren. Die Haltungsbedingungen waren damals schlechter als heute, und die damaligen Menschenaffen waren meistens Wildfänge, die im Kindesalter von ihren Müttern gewaltsam getrennt wurden und folglich traumatisiert waren. Heutzutage kann man aber in vielen Menschenaffen-Familiengruppen in menschlicher Obhut harmonische Eltern-Kind-Beziehungen erkennen, was für deren Wohlbefinden spricht.
Die in den Stuttgarter Menschenaffen-Anlagen untergebrachte Aufzuchtstation für Gorilla-Waisenkinder aus verschiedenen europäischen Zoos ist derzeit leerstehend, weil immer mehr Jungtiere problemlos bei ihren Müttern aufwachsen.
Säugetier-Gutachten: Mitbestimmt durch fachfremd qualifizierte Laura Zodrow
Und trotz des Wohlbefindens der Tiere kann die Anlage nur knapp die Anforderungen erfüllen, die das 2014 in Kraft getretene neue Säugetier-Gutachten stellt. Die räumlichen Anforderungen werden nur erfüllt, weil Rückzugs- und Quarantänebereiche mit gezählt werden dürfen. Ansonsten erfordert dieses Gutachten von so manchen Tiergehegen in deutschen Zoos Vergrößerungen, ohne dass dies nach biologischen Kenntnissen im Sinne der Bewohner erforderlich wäre. Nicht wenigen Zoodirektoren und Kuratoren erschien dies als praxisfremd. Was bei diesem Gutachten herausgekommen war, ist auch nicht verwunderlich.
Denn unter den Sachverständigen, die an der Ausarbeitung des Gutachtens mitwirkten, waren nicht nur Biologen, Tierärzte und Tierpfleger. Auch der in der Lobbyliste des Bundestages gelistete Verein animal public e. V. war privilegiert, daran mitzuwirken. Er lehnt Wildtierhaltung generell ab, vertreten wurde er durch die Vorsitzende Laura Zodrow geb. Zimprich. Mit ihrem qualifizierten Studienabschluss in Soziologie und Politologie hat sie zwar Claudia Roth (zwei Semester Theaterwissenschaften, ohne Abschluss) einiges voraus.
Aber eine solche fachfremde Qualifikation darf doch nicht ernsthaft dazu privilegieren, fachlich relevant qualifiziertem Zoopersonal Vorschriften zu machen. Aber wen wundert es in einem Land, in welchem Flinten-Uschi als qualifizierte Frauenärztin nicht Gesundheitsministerin, sondern Verteidigungsministerin ist?
Es ist also für alle Menschen, die gerne Zoos besuchen, ein Grund zum Aufruf: Lassen Sie sich nicht länger von linken Tierrechts-Lobbygruppen und ihren realitätsfremden Thesen ins Gewissen reden. Gönnen Sie sich guten Gewissens schöne Stunden im Zoo. Die Zoodirektoren seien an dieser Stelle dazu aufgerufen, auf ihre eigene fachliche Qualifikation und die ihrer Mitarbeiter zu vertrauen. Lassen Sie es sich nicht länger bieten, dass fachfremd qualifizierte Tierrechtler über Lobbyarbeit unbegründbare Vorschriften über Ihre Tierhaltung erreichen.

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