Merkel gestern ZDF-Drama-Queen – heute ein paar Fakten

Gestern abend lief im ZDF ein sogenanntes Dokudrama über die Flüchtlingskrise, das dazu angetan ist die Legendenbildung über die Bundeskanzlerin zu mehren: „Stunden der Entscheidung“. Peinlichere Regierungspropaganda war selten. Statt ZDF-Fiction deshalb hier noch einmal eine kurze Würdigung der tatsächlichen Angela Merkel.
Franzosen und Russen gehört das Land,
Das Meer gehört den Briten,
Wir aber besitzen im Luftreich des Traums
Die Herrschaft unbestritten.“
Diesen Vers schrieb Heinrich Heine 1844 in seinem Pariser Exil seinem geliebten Deutschland ins Stammbuch. Ich weiß nicht, ob Kurt Schumacher, der erste Nachkriegsvorsitzende der SPD, diese Zeilen vor Augen hatte, als er die Maxime formulierte: „Politik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit.“ Lange Zeit hielt ich das für eine Binsenweisheit, bis Angela Merkel nach der Fukushima-Katastrophe im März 2011 eine Wende ihrer bisherigen Energiepolitik vollzog, die ich von einer diplomierten und promovierten Physikerin zu allerletzt erwartet hätte. Ihre vielgerühmte Rationalität und ihre angebliche Fähigkeit, „vom Ende her“ zu denken, waren auf einmal wie weggeblasen.

Nein, das lag nicht nur an ihrer „suboptimalen“ (frei nach Gerhard Schröder) Rhetorik, das war mangelnde Substanz. Wieder einmal offenbarte sich der seit Platon (die Herrschaft sollte in der Hand von Philosophen liegen) unausrottbare Irrtum, dass überragende Intelligenz (dafür stehen die Philosophen) die Garantie für eine gerechte und vernünftige Herrschaft sei. An Merkels Intelligenz habe ich nie gezweifelt, war sie doch stets Klassenbeste.
Das Problem ist, welchen Gebrauch sie davon macht. So wie man einen Hammer dazu benutzen kann, unter zur Hilfenahme eines Meißels ein Werk wie den „David“ zu schaffen, wenn man Michelangelo oder Bernini heißt, oder nur einen Nagel in die Wand zu treiben oder sich den Daumen blau zu klopfen oder schließlich, dem Nachbarn den Schädel einzuschlagen – so kann man als Kanzlerin den Nutzen des deutschen Volkes „mehren und Schaden von ihm wenden“ (so der Amtseid, den die Kanzlerin geschworen hat) oder das Land an die Wand fahren. Merkel hat sich offensichtlich für die zweite Variante entschieden. Markus Vahlefeld hat es auf den Punkt gebracht, wenn er schreibt:
„Die deutsche Gesellschaft von den Füßen auf den Kopf gestellt zu haben, dürfte sich als das Vermächtnis Angela Merkels erweisen, mit dem sie, um in die Geschichte einzugehen, ein noch außerordentlicheres Alleinstellungsmerkmal vorzuweisen haben wird, als lediglich die erste bundesdeutsche Kanzlerin weiblichen Geschlechts gewesen zu sein“ („Macht hoch die Tür. Das System Merkel und die Spaltung Deutschlands“, 2018, Seite 39).
Bundeskanzlerin Merkel hat Deutschland schweren Schaden zugefügt. Deshalb kommen mir die gleichen „Nachtgedanken“ wie dem eingangs zitierten Heine:

„Denk‘ ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen.
Und meine heißen Tränen fließen.“

Es fängt damit an, dass Merkel den grundgesetzlichen Begriff des deutschen Volkes (vgl. Präambel) offenbar als „völkisch“ empfindet und deshalb meidet wie der Teufel das Weihwasser. Nur wo es unvermeidlich ist, wie beim Amtseid, verwendet sie ihn. „In Regierungs-Erklärungen verschwindet [dagegen] das deutsche Volk“, wie ich 2017 zum Jahrestag der deutschen Einheit auf der Achse dargelegt habe. Hatte Merkel zu Beginn ihrer Kanzlerschaft noch verkündet: „Wir sind uns bewusst, dass ein Volk mehr ist als eine lose Ansammlung von Individuen, und wir wissen, dass ein Volk auch immer eine Schicksalsgemeinschaft ist“, so hörte sich das am 25. Februar 2017 in Stralsund auf dem Landesparteitag der CDU in Mecklenburg-Vorpommern so an: „Das Volk ist jeder, der in diesem Lande lebt“. Dabei unterscheidet sie zwischen „Menschen, die schon länger hier leben“ und denjenigen, „die neu hinzugekommen sind“. Was mag die Kanzlerin empfinden, wenn sie das Reichstagsgebäude in der Bundeshauptstadt betritt, das „DEM DEUTSCHEN VOLKE“ gewidmet ist?

Erbarmenswerte Rhetorik

Zeigte sich nach Fukushima, dass Angela Merkel offenbar von allen guten Geistern verlassen ist, so erreichte dieser Zustand mit der Flüchtlingskrise im Spätsommer 2015 seinen traurigen Höhepunkt. Wer allerdings geglaubt (und gehofft) hatte, dass ihr das Mantra „Wir schaffen das“ politisch das Genick brechen würde, sah sich getäuscht. Hierüber ist mittlerweile so viel geschrieben worden (vergleiche die Übersicht im Online-Magazin „Perlentaucher“, wo allein 44 Bücher aufgeführt werden), dass ich hier keine Eulen nach Athen trage möchte.
Während Merkel im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise immerhin Federn lassen musste, hinterließ ihr Schmusekurs mit dem Islam keine sichtbaren Schrammen.
Einen Tag vor jenem schicksalhaften 4. September 2015 nahm Merkel an der Universität Bern die Ehrendoktorwürde entgegen, die ihr schon am 5. Dezember 2009 verliehen worden war. Mittlerweile verfügt sie über 17 Ehrendoktortitel (darunter von so renommierten Universitäten wie Harvard, wobei ausgerechnet das „Motto der Wahrheit“ in ihrer Abschlussrede eine zentrale Rolle spielte, wovon der ansonsten unerschütterliche Henryk M. Broder sich nur schwer erholen konnte; dabei erwähnte er nicht einmal, dass die so Geehrte ungestraft „Lügenkanzlerin“ genannt werden darf). Laut Wikipedia ist die „Ehrendoktorwürde … eine ehrenhalber verliehene Auszeichnung einer Universität oder Fakultät, die für besondere akademische oder wissenschaftliche Verdienste an Akademiker oder Nichtakademiker verliehen wird.“ Doch bei Merkel ist, wie wir mittlerweile wissen, alles etwas anders. Und so begründete die Leipziger Handelshochschule die Verleihung des „Dr. rer. oec. h. c.“ am 31. August 2019 mit dem politischen Führungsstil der Kanzlerin. Wow!

Doch zurück nach Bern. Im Anschluss an den offiziellen Akt fand eine Fragestunde statt, in der eine Schweizer Bürgerin ihre Sorge um die Islamisierung Europas zum Ausdruck brachte und die Kanzlerin nach ihrem Schutzkonzept fragte.
Deren Ausführungen verdienen es, näher analysiert zu werden, und zwar nicht wegen ihrer erbarmenswerten Rhetorik, sondern wegen ihres Inhalts.
Merkel behauptet allen Ernstes, dass die Europäische Union eine Vielzahl von Kämpfern zu den Erscheinungen des Islamismus und des islamistischen Terrors in Syrien, in Libyen und im Norden des Irak beigetragen hat. Wie das im Einzelnen aussieht und wer konkret dafür verantwortlich ist, lässt sie offen.
Im nächsten Satz sagt sie dann, dass es sich dabei zum Teil um Menschen, oft sehr junge Menschen, handelt, die in unseren Ländern aufgewachsen sind und wo wir auch unseren Beitrag leisten. Welchen Beitrag und wozu?
Hier, am 3. September 2015 sagt sie, „Angst war noch nie ein guter Ratgeber“. Am 13. August 2019 lobt sie Greta, die vor dem Europäischen Parlament erklärt hat: “I want you to panic“. Offenbar hat sie keine Angst, auf ihrer eigenen Schleimspur auszurutschen.

Der folgende Absatz offenbart einen merkwürdigen Sinn der Kanzlerin für Komik (während sie sich in anderem Zusammenhang sorgt, Deutschland könnte zur „Komikernation“ werden): Ohne auf die Frage der besorgten Bürgerin einzugehen, stellt sie bar jeden Zusammenhangs fest, dass es Leute gibt, die sich beklagen, dass Muslime (einschließlich der zahlreichen Analphabeten?) sich im Koran besser auskennen (ergänzen muss man offenbar als Christen in der Bibel), um dann diese Ratschläge zu erteilen:
Mut haben zu sagen, dass wir Christen sind
Mut haben zu sagen, dass wir da in einen Dialog eintreten
die Tradition zu haben, mal wieder in den Gottesdienst zu gehen
oder ein bisschen bibelfest zu sein und
vielleicht auch mal ein Bild in der Kirche zu erklären
oder Pfingsten zu erklären
uns mit unseren eigenen Wurzeln zu befassen und
ein bisschen mehr Kenntnis darüber haben.
Und schließlich der Hammer: Die „drastischen und gruseligen Auseinandersetzungen“, an denen die europäische Geschichte so reich ist, nehmen uns jede Legitimation, „uns sofort zu beklagen, wenn woanders was Schlimmes (sic!) passiert ist.“

Was mag wohl in den Köpfen derjenigen vorgegangen sein, die unmittelbar vor diesem geistigen Tiefflug die Laudatio angehört hatten? Oder liege ich mit dieser Frage völlig daneben, wenn das für ein Blatt wie den „Focus“ „Merkels großartige Antwort auf die Angst vor einer Islamisierung in Europa“ war?

Irgendso’n Tamtam-tam und Schneeglöckchen Weißröckchen

Dass ihre Ratschläge zum Kampf gegen die Islamisierung durchaus ernst gemeint waren, zeigte Dr. Dr. h.c. mult. Angela Merkel auf dem Sonderparteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern am 22. Oktober 2016 in Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim), wo sie unmissverständlich ausführte:
„Aber wir sind die Partei mit dem C im Namen. Haben wir eigentlich noch Selbstbewusstsein? Man muss ja nun wirklich nicht irgendwo hingehen von AfD bis Pegida, um Weihnachtslieder, christliche, singen zu dürfen. Aber wie viel (sic!) von uns tun denn das noch auf ihren Weihnachtsfeiern in den Kreisverbänden? Und wo läuft da irgendso’n Tamtam-tam und Schneeglöckchen Weißröckchen oder was weiß ich [Gelächter im Saal]? Na ja, es ist doch, nein aber ich mein wie viel (sic!) christliche Weihnachtslieder kennen wir denn noch? Und wie viel bringen wir denn noch unseren Kindern und Enkeln bei? Da muss man eben mal ‘n paar Liederzettel kopieren und einen, der noch Blockflöte spielen kann oder so, mal bitten, ja ich mein das ganz ehrlich, sonst geht uns ein Stück Heimat verloren.“ [Beifall]
Am 15. Januar 2015, eine Woche nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt in Paris hatte die Bundeskanzlerin in einer Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag gesagt:

„Die Menschen fragen mich, welcher Islam gemeint ist, wenn ich diesen Gedanken [des früheren Bundespräsidenten Wulff, dass der Islam auch zu Deutschland gehöre] zitiere. Sie wollen wissen, warum Terroristen den Wert eines Menschenlebens so gering schätzen und ihre Untaten stets mit ihrem Glauben verbinden. Sie fragen, wie man dem wieder und wieder gehörten Satz noch folgen kann, dass Mörder, die sich für ihre Taten auf den Islam berufen, nichts mit dem Islam zu tun haben sollen. Ich sage ausdrücklich: Das sind berechtigte Fragen. Ich halte eine Klärung dieser Fragen durch die Geistlichkeit des Islam für wichtig, und ich halte sie für dringlich. Ihr kann nicht länger ausgewichen werden.“
Wie die beiden Landstreicher Estragon und Wladimir auf Samuel Becketts „Godot“ so warten wir noch heute auf die Antwort der „Geistlichkeit des Islam“, obwohl die Kanzlerin im TV-Duell zur Bundestagswahl 2017(ab 3:20 Min) nochmal ausdrücklich an ihre Aufforderung erinnert hat. Nachgefragt hat aber niemand, weder ihr Gegner aus Würselen noch die vier investigativen TV-Journalisten.

Fehlen jeglicher politischer Vision

Bei Angela Merkel gibt es durchaus noch weiße Flecken, wenn auch die Zahl der Bücher, die sich mit ihrer politischen Vita befassen, auf rund zwei Dutzend angewachsen ist. Aber die Archive sind noch geschlossen. Es ist schwiering, das Phänomen Merkel, seine Rätsel und Widersprüche zu ergründen. Eine bis dato unbekannte Frau steigt trotz mangelhafter Ausdrucksfähigkeit und Fehlens jeglicher politischer Vision bis zur Parteivorsitzenden und Regierungschefin auf und wird gar als „mächtigste Frau der Welt“ angesehen (zum achten Mal hintereinander auf der Forbes-Liste). Zwar sprechen ihr Kritiker im In- und Ausland hin und wieder den Verstand ab, ihre politische Karriere und ihre Popularität hinderte das aber zu keiner Zeit. Sie war 18 Jahre Vorsitzende der CDU und ist in wenigen Wochen 14 Jahre Bundeskanzlerin.
„Für den Philosophen Bernard-Henri Lévy [BHL wie AKK, KGE, JFK, TSG u.a.m.] ist die Kanzlerin mehr als nur eine Politikerin. Sie habe es geschafft, ihr Land innerhalb weniger Monate, im Jahr 2015, in eine kantische Nation zu verwandeln“, so eine Meldung der „Welt“ am 17. Juli 2019.
Philosophen haben uns ja schon einiges zugemutet. Leider nicht nur Gutes. Ich denke an Sartre und seinen Besuch in S-Stammheim, an Sloterdijk und seine unseligen Anmerkungen zu 9/11 (derentwegen Henryk M. Broder seinen Börne-Preis zurückgab, wobei er offen ließ, „ob Sloterdijk ein Philosoph oder nur ein Meister der Wortblasen ist“) oder an Habermas, der im dschihadistischen Islam „eine absolut moderne Form der Reaktion auf Lebensbedingungen [sieht], die von Entwurzelung geprägt sind“.
Bei Angela Merkel gibt es durchaus noch weiße Flecken, wenn auch die Zahl der Bücher, die sich mit ihrer politischen Vita befassen, auf rund zwei Dutzend angewachsen ist. Aber die Archive sind noch geschlossen. Es ist schwiering, das Phänomen Merkel, seine Rätsel und Widersprüche zu ergründen. Eine bis dato unbekannte Frau steigt trotz mangelhafter Ausdrucksfähigkeit und Fehlens jeglicher politischer Vision bis zur Parteivorsitzenden und Regierungschefin auf und wird gar als „mächtigste Frau der Welt“ angesehen (zum achten Mal hintereinander auf der Forbes-Liste). Zwar sprechen ihr Kritiker im In- und Ausland hin und wieder den Verstand ab, ihre politische Karriere und ihre Popularität hinderte das aber zu keiner Zeit. Sie war 18 Jahre Vorsitzende der CDU und ist in wenigen Wochen 14 Jahre Bundeskanzlerin.
„Für den Philosophen Bernard-Henri Lévy [BHL wie AKK, KGE, JFK, TSG u.a.m.] ist die Kanzlerin mehr als nur eine Politikerin. Sie habe es geschafft, ihr Land innerhalb weniger Monate, im Jahr 2015, in eine kantische Nation zu verwandeln“, so eine Meldung der „Welt“ am 17. Juli 2019.
Philosophen haben uns ja schon einiges zugemutet. Leider nicht nur Gutes. Ich denke an Sartre und seinen Besuch in S-Stammheim, an Sloterdijk und seine unseligen Anmerkungen zu 9/11 (derentwegen Henryk M. Broder seinen Börne-Preis zurückgab, wobei er offen ließ, „ob Sloterdijk ein Philosoph oder nur ein Meister der Wortblasen ist“) oder an Habermas, der im dschihadistischen Islam „eine absolut moderne Form der Reaktion auf Lebensbedingungen [sieht], die von Entwurzelung geprägt sind“.

Und jetzt Bernard-Henri Lévy. Hätte er Angela Merkel nur für eine „ehemalige Chemikerin“ gehalten – geschenkt. Stattdessen entpuppt er sich als „Meister der Wortblasen“, die mich an die schwülstige Prosa eines Hermann Hesse in „Narziß und Goldmund“ erinnern und nicht an die nägelkauende Pastorentochter, die ihre FDJ-Mitgliedschaft und -Aktivität mit zu „70 Prozent Opportunismus“ erklärt (von wegen Spinnennetze der Stasi). Und dann dieser Lévy-Satz „Kapitänin inmitten all der Stürme, in denen wir uns dennoch sicher fühlen.“ O si tacuisses, philosophus mansisses.

übernommen aus ACHGUT.com

Grüne Heuchler errichten Windstromanlagen gerne bei anderen, aber nie in eigener Nähe

stopthesethings
Grüne sind immer bereit, Hunderte von riesigen 240-Meter-Industriewindstromanlagen bei Ihnen in der Nähe zu errichten – aber werden verrückt, wenn der „Gefallen“ in der Nähe ihres eigenes Grundstücks erwidert werden könnte. Die Zerstörung Ihres Paradieses ist ein Opfer, zu dem die Unwilligen Anwohner immer aufgerufen werden, denn schließlich geht es um die Rettung des Planeten. Baugenehmigungen werden bevorzugt erteilt. – Einleitung durch den Übersetzer.

Als der frühere Vorsitzende der Grünen Partei, Dr. Bob Brown erfuhr, dass einige dieser Dinger im Nordwesten seines Heimatstaates Tasmanien gepflanzt werden sollten, war sein Aufschrei über die monströsen Windturbinen weit und breit zu hören. Aber bei den Olympischen Spielen grüner Heuchler ist Dr. Bob weit davon entfernt, allein zu sein.
Es gibt eine fast unheimliche, [reziprok, proportionale] Beziehung zwischen den Wohnorten der lautesten Befürworter dieser Dinge und der Wahrscheinlichkeit, dass sie jemals selbst gezwungen sein werden, in den flackernden Schatten von Rotorflügeln zu leben.
Aber es ist nicht nur Ignoranz gegenüber der Notlage der Landbewohner, die dort ihre Häuser haben und sauer gemacht werden, von dem bei schönen aber windigen Tagen praktisch unaufhörlichen Getöse und Mahlen des Cocktails aus niederfrequentem Lärm und Infraschall. Es ist eine Art institutionalisierter Bosheit im Spiel. Besonders von denen, die gewählt wurden, um ihre Mitbürger zu schützen. Es ist ein Punkt, den Maurice Newman in diesem von The Australian veröffentlichten Kommentar aufgegriffen hat.

Es muss ein feindseliger Wind sein, der Browns Ideale hinwegbläst.
The Australian, Maurice Newman , 14. August 2019
Während es fast zwei Wochen dauerte, bis die Australian Broadcasting Corporationes ABC endlich darüber berichtete, kämpft der frühere Grünen-Führer Bob Brown gegen den geplanten Mega-Windpark Robbins Island, der im Nordwesten Tasmaniens gebaut werden soll. Er sagt, es würde die Aussicht verderben und Vögel töten.
Na sowas, wer hätte das gedacht?
Brown glaubt, dass der Plan visuell einen Schritt zu weit geht: „Die Seefahrer werden diese Haarbürste aus hohen Türmen aus 50 km Entfernung vom Meer aus sehen und die in den Höhenlagen wohnenden Landratten werden es aus noch größerer Entfernung sehen.“
Er argumentiert, dass die Öffentlichkeit nicht angemessen über die privaten Deals, die öffentlichen Auswirkungen oder die Kosten-Nutzen-Analysen eines der größten Windparkprojekte der Welt informiert worden sei. Dabei gibt es nichts Neues. Dies ist die Welt, die Brown und seine sich global erwärmenden Gefolgsleute seit Jahrzehnten erbarmungslos anderen zugefügt haben.
Die Zeit wird zeigen, ob seine Kampagne gegen die Pläne bezüglich Robbins Islands erfolgreich ist. Wenn er scheitert, werden diese „Seefahrer“ und „erhöht wohnenden Landratten“ mit dem gleichen entweihten Land und den gleichen Seestücken konfrontiert sein, mit denen Tausende von Australier auf dem Lande täglich leben müssen.

Die letzteren leben hauptsächlich in dichter besiedelten Gebieten als Robbins Island. Auch sie lehnten Windparks ab, nur um Vorträge von ideologisch motivierten Bürokraten zu erhalten. Sie sollten die Entwicklungen „zum Wohle der Allgemeinheit“ und „Wenn wir genug Wind haben, brauchen wir keine Kohle“ akzeptieren. Die nachhaltige Zerstörung ihrer Umwelt war einfach „Kollateralschaden“.
Als einige Menschen klagten, dass ihnen die Ruhe und der Schlaf durch hörbare und unhörbare Turbinengeräusche entzogen wurde, sagten Minister und Beamte, ihre Symptome seien „eingebildet“. Dann wanden sie sich an die Ärzteschaft, jedoch gaben sowohl die Australian Medical Association als auch der National Health and Medical Research Council an, sie hätten keine „beständigen Beweise“ für einen Zusammenhang gefunden. Die Opfer argumentierten, die Forschung sei von schlechter Qualität und voreingenommen.
Infolgedessen bleiben viele betroffene Bewohner in unverkäuflichen Häusern gefangen und suchen vorübergehend Zuflucht bei ruhiger wohnenden Freunden und Verwandten. Einige haben ihre Farmen aufgegeben. Wieder andere haben sich gar das Leben genommen.
Dr. CD Hanning und Alun Evans schrieben2012 u.a. im British Medical Journal: „Die Verantwortung für den Nachweis der Sicherheit liegt bei denjenigen, die neue Formen der Umweltbelastung einführen, einschließlich der Lärmbelastung, und nicht bei denjenigen, die den Belastungen ausgesetzt sind. Ein wichtiges Prinzip der öffentlichen Gesundheitsmedizin ist die Prävention. In Australien gilt dieses Prinzip nicht. Sogar die Weltgesundheitsorganisation berücksichtigt jetzt den Lärm von Windkraftanlagen als Quelle potenzieller gesundheitlicher Auswirkungen.

Der australische Umweltredakteur Graham Lloyd führt mehrere Beispiele für die doppelten Umweltstandards der Windindustrie auf. Er berichtet, wie Berater der Windindustrie den Landwirten geraten haben, Feuchtgebiete illegal zu entwässern, „damit die Brolgas nicht ins Nest zurückkehren“ [Australischer Kranich], sowie die Auswirkungen auf die Vogelwelt stark zurückhaltend geschildert haben und wie Grüne „die Zerstörung von Feuchtgebieten, einheimischer Vegetation und einheimischen Arten stillschweigend dulden , nur damit Windparks gebaut werden können“. Verglichen mit ihrer unendlichen Kampagne, den Schwarzkehlfink vor der geplanten Adani-Kohlenmine zu retten, ist dies sicherlich eine neue Spitze der Heuchelei.
Clive Hambler, ein angesehener britischer Ökologe, sieht das Verhalten von Big Wind als globales Problem. Er sagt, die Windindustrie „verwüstet Populationen seltener Vögel und Fledermäuse auf der ganzen Welt und treibt einige bis zum Aussterben“. Er ist sich sicher: „die Öffentlichkeit ist sich dieses Gemetzels nicht bewusst, weil die Windindustrie (mit der beschämenden Komplizenschaft einiger ornithologischer Organisationen)sich große Mühe gibt, es zu vertuschen – bis hin zum Begraben der Leichen von Opfern“.
Hambler hätte mitschuldige Regierungen auf seiner Liste hinzufügen sollen. John Madigan, Senator der Democratic Labour Party, erklärte 2013 gegenüber dem Parlament: „Die große Windenergiebranche darf in Australien tun, was sie will, wo sie will. Windenergie sollte eine Geschichte positiver Maßnahmen und Veränderungen sein. Die wahre Geschichte ist vielmehr ein Versagen der Vorschriften, eine Schädigung der Anwohner, Umweltschäden, falsch ausgestellte Zertifikate für erneuerbare Energien und ein diskreditiertes RET-System. “ [RET …~ Zielmarge EE Anteile]

Das ist wahr. „Big Wind Industrie“ ist der ultimative Zufluchtsort für die Anlage suchenden der Welt geworden. Es hat enge Beziehungen zu Aktivisten der globalen Erwärmung geknüpft. Aufgrund der Verbindungen der Regierung konnten fehlerhafte und widersprüchliche Umweltverträglichkeitsprüfungen problemlos durchgeführt werden. Es verspricht Beschäftigung und liefert wenig. Nicht konforme Windparkbetreiber kassieren seit Jahren Verbrauchersubventionen und Steuersubventionen.
Nach dem Stromausfall von 850.000 Häusern und Unternehmen in Südaustralien haben die Behörden schließlich gegen eine Reihe von Windenergieerzeugern Klage erhoben, weil sie mutmaßlich nicht sichergestellt haben, dass ihre Kraftwerke die grundlegenden Leistungsanforderungen erfüllen.
Allgemein hat die Regierungs-Wind-Koalition einen zweifelhaften Ruf. Sie wurde von Skandalen erschüttert, wie den 110 Millionen Euro, die an spanische Regierungsbeamte gezahlt wurden.
[Spanische Steuerbehörde deckt 2015 Rückzahlungsplan für Windparks auf
Enormer Windpark-Korruptionsskandal in Spanien
Nur ein Teil der spanischen Presse berichtet über die Geschichte, und die Fernsehsender ignorieren sie bisher. Das Windgeschäft ist in diesem Land, in dem Greenpeace und andere windverrückte NGOs ein großes Publikum haben, tabu….]
Ähnliche Korruptionsfälle wurden in Frankreich und den USA festgestellt. Es hat vertuschte lebensbedrohliche Turbinenunfälle, Umweltschäden und gelöschte gesundheitsschädliche Daten umfasst. Trotz aller Bemühungen scheinen diese Koalitionen die Kontrolle über die Agenda zu verlieren. Das Wachstum der weltweiten Windkapazität ist im vergangenen Jahr ins Stocken geraten.

Einer der Gründe ist das rechtliche Vorgehen von Natur- und Waldschützern, die wie neuerdings Brown gegen neue Windparks kämpfen. Sie können die Auswirkungen auf gefährdete Vogelarten, Fledermäuse und sogar Insekten nicht länger ignorieren. Ihre Intervention fiel mit einer wachsenden politischen Gegenreaktion zusammen, da die wirtschaftlichen Kosten, die schlechte Zuverlässigkeit und die aufkommenden Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit Windstrom die Aufmerksamkeit der Wähler auf sich ziehen.
Plötzlich sind bisher tabuisierte Fragen zu hören. Werden zum Beispiel die Emissionen, die beim Bau und der Installation von Turbinen entstehen, jemals wirklich ausgeglichen? Sollte die Ausbreitung von Freileitungen angesichts der großen Auswirkungen auf die Vogelsterblichkeit und möglicher Zusammenhänge mit Leukämie bei Kindern begrenzt werden? Und wer zahlt bei geschätzten 43 Millionen Tonnen nicht wiederverwertbaren Rotorflügeln bis 2050 die Kosten für die Stilllegung?
Brown und seine Mitreisenden fangen an zu lernen, dass „Trauer immer noch auf den Fersen des Vergnügens ist„.
The Australian
Gefunden auf Stopthesethings vom 25.08.2019
Übersetzt durch Andreas Demmig

 

Gegen den Strom – Steigen wir aus dem fatalen Spiel der Mächtigen aus

Jede Reise beginnt mit einem Schritt. Die Ereignisse fordern uns dazu auf, uns auf den Weg zu machen. Die Richtung ist nicht vorgegeben. Niemand zwingt uns, mit dem Strom zu schwimmen und zu tun, was alle tun. Wir können es anders machen.
Angeleitet werden wir von einer ebenso subtilen wie kraftvollen Energie, die jedem von uns innewohnt: der Freiheit, die wir haben, uns dem Licht zuzuwenden. Egal, wie tief wir gerade im Dunkeln feststecken.
Gegen den Strom – Steigen wir aus dem fatalen Spiel der Mächtigen aus und schwimmen wir in unsere eigene Richtung!

” … Nur wenn wir es wagen, uns auf den Weg in unsere Innenwelt zu machen und Frieden mit uns selbst zu schließen, kann sich auch in der äußeren Welt etwas verändern.”
Auf Deutsch erschienen sind bisher:
„Die Waffen niederlegen“, „Das Licht fließt dahin, wo es dunkel ist“,
„Krankheit heilt“ und „Was wachsen will muss Schalen abwerfen“.
Mehr Informationen in ihrem Blog „Bewusst: Sein im Wandel“.Deutschland hat Angst: Angst vor Krieg, Angst vor Terror, Angst vor Wohlstandsverlust, Angst vor Mangel, vor Krankheit, vor Epidemien; vor allem aber Angst vor Veränderung. Denn Veränderung bedeutet Unsicherheit und Kontrollverlust. Wir wissen nicht mehr, wie es weiter geht und was danach kommt. Kein Schalter mehr, bei dem wir uns darauf verlassen können, dass wenn A gedrückt wird, auch A kommt und dass auf A dann B folgt.
Unser mechanistisches Weltbild, in dem sich die Dinge brav linear einander reihen, gerät aus den Fugen, und die Trümmer werden überall sichtbar. Wie konnte es so weit kommen? Wir haben es doch nur gut gemeint!
Wir wollten doch nur unser bequemes Leben der nächsten Generation weitergeben. Doch nun wird es möglicherweise gar keine Folgegenerationen mehr geben. All die Pflege und Sorge, die wir in unsere Kinder stecken, droht im kollektiven Untergang zunichte gemacht zu werden.

Verteidigung des Status quo
Da nützt es wenig zu lamentieren, den Kopf in den Sand zu stecken, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben oder auf ein Plätzchen in einem der aus dem Boden sprießenden Überlebensbunker zu sparen (1). Was uns bleibt, ist die Angst. In Deutschland ist sie besonders mächtig. Denn wir haben ein besonders großes Bedürfnis nach Sicherheit und Zuverlässigkeit, nach Regeln und Gesetzen. Vor allem aber: Im Vergleich zum Rest der Welt haben wir besonders viel zu verlieren.
Ein Dach über dem Kopf, Essen im Überfluss und Zugang zu sauberem Wasser, ein, zwei Autos, Geld für Gadgets, Deko, Kosmetik und Wegwerfklamotten, für Restaurant- und Kinobesuche, Freizeitaktivitäten und ein paar Reisen im Jahr — es steht viel auf dem Spiel. Voller Argwohn halten wir die Hände über unsere Karten und zischen jeden an, der uns unsere Trümpfe aus der Hand nehmen will. Unsere Strategie hat doch bis jetzt ganz gut geklappt.
Mit scharfem Geschütz weisen wir diejenigen zurück, die unseren Überfluss mit dem Elend der Welt in Zusammenhang bringen und aufzeigen, dass unsere vermeintliche Freiheit die Fessel der anderen ist. Wie kreischende Kunden im Ausverkauf stoßen wir jene zur Seite, die mahnen, dass wir längst selbst in einem menschenverachtenden, totalitären System versunken sind. Anstatt jene zu schützen, die auf die Missstände hinweisen, unterstützen wir das System, das sie herbeiführt. Schließlich fußt unsere Bequemlichkeit darauf.

Kerstin Chavent: „Die Waffen niederlegen“.

Sich freischwimmen

Im Sog der Massen bedarf es einer besonderen Kraft, nicht im Strom unterzugehen. Die Energien, die mich dazu brachten, eigene Wege zu gehen, präsentierten sich in wenig anziehendem Gewand. Sie kamen als Verlust daher, als Betrug, Schmerz und Krankheit. Ich hätte sie vielleicht auch wie Blumen auf einer Wiese pflücken können. Doch nur so habe ich verstanden. Dank ihnen steige ich nicht mehr wie vorher in den Fluss.
Nur tote Fische treiben mit dem Strom. Die lebendigen schwimmen der Quelle entgegen. Sie klammern sich nicht an die ausgeworfenen Netze, die ihnen Sicherheit vorgaukeln und die Erhaltung des Althergebrachten versprechen. Sie schwimmen sich frei.
Sie schalten den Fernseher ab und machen sich auf den Weg. Sie wagen es — trotz immer drakonischer werdenden Gegenmaßnahmen — zu denunzieren und zu protestieren und lassen ihre Ideen nicht als naive Utopien abstempeln. Sie wissen, dass Neuerungen immer wieder denselben Weg gehen: Bevor die Allgemeinheit sie anerkennt, werden sie zuerst lächerlich gemacht oder als gefährlich verfolgt. Lächerlich, gefährlich, offensichtlich — so war es mit allen großen Erkenntnissen, die heute für uns selbstverständlich sind.

Jenseits des Materiellen

Immer mehr derjenigen, die sich vom Mainstream abwenden, schauen hinter die Fassaden und enthüllen sie als Blendwerk. Ihr Blick durchdringt die Oberfläche des Materiellen und entdeckt hinter der trägen, grobstofflichen eine vibrierende, feinstoffliche Welt. Hier erkennen sie die formgebende Energie der Gedanken, Worte und Träume — die schöpferische Kraft des Geistes.
So können sie den Fatalismus jener hinter sich lassen, die von der Schlechtigkeit der Menschen und von ihrem wohlverdienten Untergang faseln. Sie wissen, dass die Energie ihres Geistes die Welt mit-erschafft. Sie glauben daran, dass wir lernfähig sind und dazu in der Lage, es anders zu machen. Sie lassen sich nicht einreden, dass wir dafür Hierarchien brauchen, die uns im Zaum halten. Denn es ist ja genau dieses menschenverachtende Bild von uns selbst, das die globale Zerstörung erst möglich macht: Wir sind niedere Wesen, die mit Zuckerbrot und Peitsche erst gefügig gemacht werden müssen.

Kerstin Chavent: „Das Licht fließt dahin, wo es dunkel ist“.

Die Schlacht beenden

Der Glaube, unzulänglich und schlecht zu sein, bildet den Sockel für ein System der Ausbeutung und Zerstörung. Denn nur Menschen, die ihren Wert und ihre Fähigkeiten nicht erkennen, nähren die Spitze der Pyramide. Die Eliten können nur existieren, wenn wir uns selbst und unseren Nächsten misstrauen und die Verantwortung nach oben abgeben.
Ihnen nützt es, dass wir glauben, für unsere Schlechtigkeit aus dem Paradies vertrieben worden zu sein, dass der Stärkere gewinnt und dass das Leben ein wilder Dschungel ist, in dem es nur ums Fressen oder Gefressen werden geht.
Wir stärken die Macht der Ausbeutenden, wenn wir uns Feindbilder aufschwatzen lassen und gegeneinander in den Krieg ziehen.
Es liegt in ihrem Interesse, dass wir an gefährliche Mikroben und bösartige Zellen glauben. Der Krieg läuft auf allen Ebenen und macht auch vor den Forschungslaboren der Wissenschaft nicht halt. Bis tief in unsere Körper hinein werden Schlachten ausgefochten, bei denen der Verlierer von vornherein feststeht.
Hier liegt unsere Chance. Hier können wir innehalten. Mein Körper — mein Feind? Die Natur — ein Stümper? Das Leben — gegen mich? Mein Nachbar — ein Depp? Anstatt weiter zu versuchen, unsere Würde dadurch zu erhalten, dass wir aufeinander eindreschen; anstatt die Selbstachtung, die uns bleibt, im Kampf verpuffen zu lassen, bräuchten wir nur die Richtung ändern und die Friedensfahne hervorkramen.
Der erste Schritt ist die größte Hürde, denn hier geht es ans Eingemachte. Alle Zeiger weisen auf uns selbst. Wir können uns nicht mehr hinter dem blöden Nachbarn oder dem gemeinen Schicksal verstecken. Wir haben uns an der Nase herumführen lassen und es nicht gemerkt. Es gehört ja zum Prinzip von Manipulation und Betrug, dass die Betroffenen es nicht sehen. Wir haben uns wie ein Frosch in den kalten Suppentopf werfen und anheizen lassen.

Kerstin Chavent: „Krankheit heilt“.

Im Fluss des Lebens

Wir können aussteigen, bevor das Wasser anfängt zu sieden. Niemand zwingt uns dazu, uns verheizen zu lassen. Ich mache nicht mehr mit. Ich bin mehr als eine Ressource, ein isoliertes Rädchen im Getriebe, ein kurz aufflammendes Bewusstsein zwischen zwei Nichts. Ich bin Teil eines lebendigen, zusammenhängenden Ganzen, in dem jeder Einzelne eine Rolle spielt und etwas zu sagen hat. Ich gebe meine Stimme nicht mehr in einer Wahlkabine ab, sondern behalte sie und trage nach außen, was in mir ist.
Ich lege das Einengende, Maßregelnde, Vorschreibende ab und lerne, aus mir heraus zu schöpfen. Ich schließe Frieden mit meinem Wesen und akzeptiere mich in meiner Unvollkommenheit. Ich versuche nicht mehr, meine Fehler zu verdrängen, zu bekämpfen oder auf andere abzuwälzen, sondern stehe zu ihnen so, wie eine Mutter für ihr Kind sorgt. Ich ziehe in keinen Krieg mehr und lerne, meine eigenen Grenzen, Bedürfnisse und Wünsche ebenso wie die der anderen zu respektieren.
Ich lasse meine Masken und Rüstungen fallen und zeige mich, wie ich bin: gleichzeitig verletzlich und fehlerhaft und groß und wundervoll. Die Gegensätze in mir schließen sich nicht mehr aus. Ich bin alles zusammen.
In mir lebt die Welt und alles, was jemals existiert hat. Als ein mit Bewusstsein ausgestattetes Wesen habe ich die Möglichkeit, von meinem freien Willen Gebrauch zu machen und mich von dem Spaltenden abzuwenden.
Ich verlasse die Welt der Schattenspiele und wende mich dem Licht zu. Hier sehe ich, was wirklich ist. Ich erkenne einen neuen Strom, lebendig fließend und einladend. Er hat nichts gemein mit dem dunklen Strom orientierungsloser Massen. Dieser Strom trägt. Hier kann ich nicht untergehen. Im glitzernden Sonnenlicht steige ich in den Fluss, lege mich auf den Rücken und lasse mich treiben.

Ein „Du bist nichts wert“ kann zerstören – ein „Ich liebe dich“ Berge versetzen!
Sanfheit und Hingabe können heilen, was durch Verhärtung aus dem Lot geraten ist.

übernommen von Kerstin Chavent

Krebs? Man kann auch gewinnen.

17.07.2019

Und wie gewinnt man? Gebrauchsanleitung folgt. Ausdrücklich nicht von mir, sondern von der Patientin selbst. Heißt übersetzt: Glaubhaft.
Studien gibt ´s genug. Auch Schrottstudien. Meinungen von Ärzten gibt es genug („Sie haben noch sechs Wochen zu leben“). Meinungen. Abgeschrieben aus Lehrbüchern.
Wir glauben den Patienten und sonst niemandem. Na, dann mal los:

„Seit einem Jahr leben wir (sehr konsequent) no carb/ high Fett/ high Amino Acids, mit viel Gemüse und Obst in Maßen.
Vor zwei Wochen habe ich eine PET-CT durchführen lassen und bin überglücklich: kein Nachweis des Tumors (im Darm) mehr! Juhuuu!!! Die letzten Tumorzellen sind wohl dank dieser Ernährungsumstellung „verhungert“.
Wir sind Ihnen für Ihre Bücher unendlich dankbar, denn wir fühlen uns super fit, körperlich und geistig!
Ich ignoriere alle Kommentare der Ärzte. In einer Stuhluntersuchung wurde „viel zu viel Fett“ festgestellt, angebliche Fehlernährung, die irgendwann zum Kollaps meiner Leber und Bauchspeicheldrüse führt (Pankreaswerte leicht erhöht). Was soll ´s! Jetzt nehme ich halt Pankreasenzyme. Ist wohl notwendig, weil mir Teile des Dick- und Dünndarms entfernt wurden (Darm-Tumor).
Da wir täglich!!! Sport treiben und ohne Zucker leben, ist es natürlich nicht möglich, an Gewicht zuzulegen. (Wir waren schon vor no carb schlank) Mein Hausarzt ist deswegen der Meinung, die neue Ernährungsform sei „sehr ungesund“, besonders für mich (48 kg bei 165 cm). Interessiert uns alles nicht! Wir haben wieder Muskeln aufgebaut! Ein herrliches Gefühl!
Gerade verbringen wir unseren Bergwander-Urlaub wieder bei der Familie Plaickner in Mühlwald. Hermann ist ein großes Vorbild für uns.“

Die mail spricht für sich. Muss ich nicht kommentieren. Epigenetik ist nun einmal die einzige Möglichkeit auf dieser Welt, gesund und glücklich zu sein oder zu werden. Haben Sie alle längst verstanden.
Dennoch zwei Anmerkungen:

Normalerweise tilge ich Namen. Plaickner allerdings habe ich stehen lassen. Weil dieser Name ein wahrer Segen war und ist für viele von Ihnen (siehe News vom 01.10.2018).
Untergewicht ist krank, meint der Hausarzt. Er hält sich dabei streng an die WHO (Gesundheit beginnt ab BMI 18,5). Hier nur BMI 17,6. Nur: Die Dame hat Muskeln aufgebaut. Kann man messen. Fühlt man. Und: Der weltbeste Freikletterer, wahrscheinlich einer der fittesten Menschen der Welt, hat einen BMI von 17,5 (News vom 02.06.2015). Und der sei „sehr ungesund“ laut deutschem Hausarzt.

Ich weiß nicht, ich weiß nicht, Herr Doktor … würde Loriot an dieser Stelle (erneut) murmeln. Erinnern Sie sich? „Ihr Hund kann gar nicht sprechen…“. Unvergesslich.

Mit 66 Jahren…
16.07.2019

Unvergessen Udo Jürgens. Für viele meiner heutigen Leser natürlich ein Grufti. Der da trotzig ansingt gegen das Alter.
Mit 66, so erzählt er uns, finge das Leben erst an. Wie recht der hatte (… meine Art von Trotz), denn

Lernphase abgeschlossen (war mühsam).
Fortpflanzungsphase hinter uns (war wunderschön).
Geldverdienphase beendet (jedenfalls hoffentlich).

Also auf ins Wunschleben. Ins Wunderland der Rentner. Auf zu den Hobbies…
Genauso verstehe ich die heutige mail. Die muss man einfach genießen. Bitte fühlen Sie sich intensiv ein in „30 Grad im Schatten“ (wieviel dann in der Sonne?), oder in „zwei Pässe mit Bergwertung“. Na, dann man los:

„Bin am letzten Wochenende den Ultra „Del Passatore“ von Florenz nach Faenza gelaufen. 100 km, 1330 Hm.
Start Samstagnachmittag 15.00 Uhr am Dom von Florenz. Zuerst 25 km durch die Toscana bei 30 Grad im Schatten, dann 28 km durch den Apennin über 2 Pässe mit Bergwertung. Dann die restlichen 52 km (Anmerkung: „restlichen“ heißt den unbedeutenden Rest von 52 km) Richtung Adria dem Sonnenaufgang entgegen. Ankunft Sonntagfrüh um 4.41 Uhr in Faenza.
Meine Zielzeit 14:41:58 Std.
Habe entsprechend Ihrem Tipp pro Stunde 1 Kapsel Tyrosin und 1 Kapsel Taurin mit je 500 mg eingenommen. Das hat mir mit meinen fast 70 Jahren „Flügel“ verliehen. Feeling top!“

Ganz schön raffiniert für jemanden, dessen Leben jetzt erst anfängt. Rennt da 100 km. Bei Hawaii-Hitze. Über Bergpässe. In dessen Leben muss es wirklich „klick“ gemacht haben.
Der hat sogar – selten genug – über seinen Stoffwechsel nachgedacht. Über Moleküle der Gefühle. Über Leistungsmoleküle. Hätten Sie auch gerne Flügel?

Tyrosin (News vom 12.08.2015)
Taurin (News vom 13.04.2017)

Heißt übersetzt: Die Natur mag uns, unterstützt uns, hilft uns. Mag uns ganz anders als die Pharmaindustrie. Hilft uns „aus dem Inneren heraus“. Sehen Sie… man kann sich das Leben immer noch ein bisschen leichter machen. Auch Sie!
Der Krankheit davonrennen.
Artikel .1023 vom 15.07.2019

Davonrennen! Rennen! Nix Jogging. Nix „Sporteln“. Sie kämen selbst auf diesen Unterschied dann, wenn es Sie träfe so wie die mail-Schreiberin. Es geht – natürlich – wieder einmal um Krebs.
Selten realisieren Sie, dass es auch Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit treffen wird. Je nach Lesart 30% bis 50% aller Deutschen im Laufe ihres Lebens. Vielleicht sollte man sich doch vorher rüsten? Bei Ihrer Rente ist Ihnen dieser Gedanke selbstverständlich. Seltsam…
Die mail-Schreiberin kenne ich nicht. Ihr Brief freilich ist bemerkenswert. Darf ich?
„Ich wollte schon lange einfach Danke sagen…
Danke, dass es mir heute so gut gehen darf. Ich hatte 2005 Unterleibskrebs und bin der Krankheit danach einfach davon gerannt. Es hatten sich Lymphozelen gebildet, nach dem man viele Lymphknoten entfernt hatte (Kommentar: Eine häufige und quälende Folge nach OP). Ich konnte am Anfang kaum 30 min. rennen, da hat die Wasseransammlung schon auf den Beinnerv gedrückt. Mein eiserner Wille gab nicht auf, bin mit einem Coldpack auf die Finnenbahn, habe mich immer dann, wenn der Wahnsinnsschmerz kam, auf eine Bank, gelegt und gekühlt, bin danach weiter gerannt. Irgendwann waren die Wasseransammlungen verschwunden.
Zu der Zeit hab ich schon einige Bücher von Ihnen gelesen, und eben durch meine Krankheit langsam mein Leben geändert. Im 2011 lief ich den New York Marathon, einige Halbmarathons vorher…
Seit einem halben Jahr nehme ich jetzt nach einem Fitnessbluttest gezielt NEMs, esse low carb, manche regelmäßig Sport, mein Ziel im 2022 den Bieler 100 km Lauf.
Keine Ahnung ob ich den schaffe, mir geht es jetzt erstmal um die Trainingsvorbereitungen… im August der Rheinfallhalbmarathon, im Oktober der Bräunlingerlauf, im November der Stein am Rhein Lauf… usw.
Ich nehme seit einem halben Jahr gezielt Aminosäuren, Astaxanthin, Taurin, noch einiges mehr, und tatsächlich fange ich mit meinen 50 Jahren an zu fliegen… hätte ich nie gedacht, dass es mir heute besser geht als vor 20 Jahren.
Danke.“
Mitbekommen? Haben Sie sich hineingefühlt? Erst einmal Krebs und die Angst vor dem Rezidiv. Vor dem Wiederauftreten.
Und dann die typischen, ungeheuer schmerzhaften Folgen nach Entfernung von Lymphknoten. Lymphe kann sich dann im Bindegewebe stauen. Das schmerzt. Das tut weh, hier sehr richtig mit „Wahnsinns-Schmerz“ beschrieben. Dann nämlich, wenn diese gestaute Lymphe auf den Beinnerv drückt.
Typischer Kommentar Dr. Strunz: Kenne ich natürlich auch persönlich. Übrigens seltsam. Fast alles, was Sie mir schildern, habe ich persönlich erlebt. In dem Fall gerissenes Blutgefäß im Gesäß. Fußballgroße Beule, die auf den Ischias drückte. Sie glauben gar nicht, wirklich nicht, wie Sie da brüllen. Auch ich.
Die mail-Schreiberin hat ´s überwunden. Wie? Mit Zähigkeit. Mit eisernem Willen. Mit „Weiter-Rennen.“ Und dann ist sie aufgewacht. Sie kennen meinen Begriff „die Ohrfeige Gottes“.
Und reagiert goldrichtig. Erinnern Sie sich an Frau Prof. Dr. Kiechle (München)? Die meinte, dass ihre Patientinnen zu 50% weniger Brustkrebs hätten dann, wenn sie täglich joggen würden. Tja. Joggen jetzt alle Münchener Frauen?
Aber dann: Da hat jemand fliegen gelernt. Da hat jemand verstanden, wovon ich vor 20 Jahren im Fernsehen immerzu geschwärmt habe. Belächelt wurde. Dieses wundervolle Gefühl jeden Morgen, abzuheben, zu fliegen, Überblick zu haben, zu gewinnen. Unbeschreiblich.
Muss man selbst erleben. Und dass es einer 50-jährigen heute besser geht als vor 20 Jahren… geschenkt. Finden Sie überall gedruckt. Glaubt nur niemand.
Außer Ihnen, die Sie Ihre Blutanalyse hinter sich haben. Einverstanden.
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Das tägliche Alzheimerproblem
15.07.2019

Erwischt uns alle einmal. Glauben Sie mir: Alle. Eines Tages erschrickt man. Kann sich nämlich plötzlich an einen Namen nicht mehr erinnern. Partout nicht. Steht manchmal im Walde und denkt sich verzweifelt: „Wo bin ich hier eigentlich?“. Kennen Sie auch? Die tägliche Alzheimer-Problematik.
Die WHO, also die Weltgesundheitsorganisation in Genf, ist ja ebenfalls besetzt mit älteren Damen und Herren. Die kennen das Problem. Haben deshalb soeben ein 400-Seiten-Konvolut mit einer Liste von Ratschlägen vorgelegt.
Wie man geistigen Abbau verhindern könnte.
Jetzt kommt´s: An erster Stelle steht, ob Sie´s glauben oder nicht,
körperliche Aktivität
Noch einmal: wir reden hier über ´s Hirn. Über das Vergessen. Und die reden vom Marathonlauf, vom Fitnessstudio. Heißt übersetzt: es wird Zeit aufzuwachen. Auch für die Neurologie. Oder noch besser: für Sie.
Laut WHO bringt Ausdauertraining am meisten. Aber auch Kraftübungen seien nützlich. Und – die WHO ist menschenfreundlich – wem ´s vor den nassen und kalten Laufrunden im Winter graut, der kann auch
Judo lernen
Seniorenfußball spielen (ach du meine Güte).
Tanzen gehen
Das mit dem Tanzen wirkt besonders gut, ist verführerisch, weil es auch die Koordination, den Gleichgewichtssinn deutlich stärkt. Hintergrund: Sie wissen, dass Senioren öfter einmal stürzen. Nur, weil sie irgendwo hängen geblieben sind, einen winzigen Fehltritt getan haben und so weiter. Abhilfe? Täglich tanzen!
Die WHO hat Recht. In einer ganzen Reihe von Studien der letzten Jahre wurde gezeigt, dass Sport
Hormone produziert
Wachstumsfaktoren stimuliert
Erinnern Sie sich an Professor Uhlenbruck? Inzwischen 88. Zitat „Nur die Muskelmasse macht ´s, dass wir gesund sind“. Der sprach genau von diesen durch körperliche Aktivität im Muskel freigesetzte Substanzen, die uns gesund halten. Am besten erforscht am berühmten Karolinska-Institut in Kopenhagen (Frau Prof. Pedersen, News vom 10.01.2014).
Der bekannteste dieser Faktoren heißt BDNF (Brain derived neurotrophic factor). Ein Eiweißstoff. Natürlich. Wirkt im Hippocampus, in der Großhirnrinde und im Vorderhirn, also in Regionen, die an der Gedächtnisbildung und am abstrakten Denken beteiligt sind.
Weshalb ich Ihnen von der WHO erzähle? Weil Sie keine Chance, keine Ausrede haben. Nie hatten. Sie müssen laufen. Sie laufen um Ihr Leben (Herzinfarkt), Sie laufen um verhindertes Leid (Krebs), und jetzt laufen Sie auch gegen das Vergessen.
Wieviel Tritte in den A… brauchen Sie eigentlich?
Quelle: FOCUS 25/2019, Seite 70